Digitaler Wandel im Kongress und Farewell

Was für ein Kongress, drei Tage geballtes Wissen, vielfacher Austausch und Diskussionen, eine grosse Sehnsucht nach Fortbildung war spürbar und wurde sicher bei vielen gestillt. Die Umstände der Pandemie hat auch diesen Kongress zu einem digitalen Wandel beflügelt: Hybridvorlesungen mit Live-Übertragungen, die letztendlich auch von weiter weg verfolgt werden können, eine Interaktion mit Homepage, App und Online-Programm, die die Planung, die Übersicht und vielleicht auch die Nachbearbeitung deutlich vereinfachen. Sogar Abstimmungen waren online möglich, externe Beobachter durften per Chatfunktion Fragen stellen.

Auch inhaltlich passte sich der Kongress dem Thema an. Digitaler Wandel, das Agendathema für den Freitag, bestimmt den Alltag in Klinik und Praxis, bei Therapie und Diagnostik. Eine ganze Arbeitsgruppe der DGSPJ beschäftigte sich bereits am Dienstag mit dem Thema, leider für Außenstehende nicht zugänglich. Doch auch der restliche Kongress steht bei den Symposien ganz im Zeichen der Digitalisierung, wer könnte daran vorbei.

Ein paar Auszüge: Die Digitalisierung der Pädiatrie aus rechtlicher und politischer Perspektive (Donnerstag 15.30 Uhr), Teilhabe von Kinder und Jugendlichen dank Digitalisierung (Donnerstag 15.30 Uhr), auch Kritisches zu Risiken und Folgen der Digitalisierung im Alltag (ebenfalls Donnerstag 15.30 Uhr – ein horizontalzeitliches Battle um die interessiertesten ZuschauerInnen).

Am Freitag folgen Symposien zur Digitalisierung in Prüfungen und Pflege (Freitag 8:00 Uhr), und aus Sicht des Patienten (9:45 Uhr).

Die Coronapandemie hat viele Kinder und Jugendliche zwangsläufig näher an digitale Medien gebracht, in der Schule meines Sohnes wurden nun (endlich?) in der Oberstufe Tablets eingeführt, aber dank Homeschooling und digitalen Konferenz bereits für Grundschüler wurde die Affinität zum Bildschirm „von oben“ legitimiert. Welche Auswirkungen das für die Zukunft hat, wissen wir noch nicht. Das Samstagssymposium „Abhängigkeit von elektronischen Medien“ (13:15 Uhr) beschäftigte  sich genau damit.

Das Beste herausziehen, das muss die Devise auch der Digitalisierung sein. Das Gesundheitssystem hat die Vorteile erkannt, viele Stationen arbeiten inzwischen mit papierlosen Akten; Abrechnung und Krankenkassenabgleiche finden „on the wire“ statt, Fehleingaben werden gnadenlos für die Ewigkeiten gespeichert, die Elektronische Patientenakte EPA steht in den Startlöchern, hat vielleicht schon die ersten hundert Meter hinter sich, trotz aller Bedenken der DatenschützerInnen. Es ist richtig, hier weiterhin kritisch zu sein, oberste Maxime muß sein, dass die PatientInnen auch in Zukunft alleine über die Weitergabe ihrer Daten bestimmen dürfen, ohne dass vielleicht gutmeinende GesundheitspolitikerInnen Druck aufbauen.

Für die Weiterbildung hat sich die forcierte Digitalisierung unter dem Druck der Coronaepidemie sicherlich gelohnt, auch in Berlin konnten das alle TeilnehmerInnen spüren. Ein gelungener Kongress, Danke dafür. Bis… ja, 2022 in Düsseldorf.

by kinderdok