Inflammation und Genetik – zwei Schwerpunktthemen

Zwei grosse weitere Themen des diesjährigen Kongresses für Kinder- und Jugendmedizin sind die Inflammation und Genetik mit Diagnostik und Therapie. Beide eng verbunden in der Rheumatologie, findet der Kongress in seinen Symposien und Workshops auch Randbereiche beider Topics, vor allem die Corona-Infektion als multiinflammatorisches Geschehen rückt hier in den Focus.

„Beginnend bei klassischen Infektionserregern, beim Immundefekt bis hin zu unkontrolliert ablaufender Autoinflammation/Immunität und Entzündung bilden sich diese Themen naturgemäß in allen Bereichen der Kinder- und Jugendmedizin ab. Auch hier besteht großes Potential für Interdisziplinarität. Damit eng verbunden ist das weitere Schwerpunktthema „Genetische Diagnostik und darauf basierende Therapien“… so wird das Thema durch die Kongressveranstalter selbst auf der Homepage umworben.

Was dürfen wir erwarten zum Thema Inflammation?

Abstracts und Posters zum Thema PIMS, zur Therapie von Juveniler idiopathischer Arthritis, zur Lyme-Arthritis, zu Myositiden, neue Erkenntnisse zum familiären Mittelmeerfieber, Fallbeschreibungen zum M. Hallopeau, zu unklaren Inflammationssyndromen und zum Kawasaki-Syndrom. Dazu einen Workshop zum angeborenen Immundefekt (Donnerstag, 8.30 Uhr) und Symposien zur Neuroinflammation (Freitag, 8.30 Uhr), zu Entzündungsvorgängen in der Endokrinologie und Diabetologie (Freitag, 14.00 Uhr), sowie zur Molekularen Diagnostik (Freitag, 15:45 Uhr), indem die Verbindung zur Genetik geschlossen wird. Sehr interessant am Samstag, 8.30 Uhr: Das Symposium „Kawasaki“, das das so benannte Syndrom mit der Diagnostik rund um Sars-CoV-2 kreuzt.

Aber es wird auch kritisch hinterfragt: „Vom Symptom zur Diagnose – welche Diagnostik ist sinnvoll“ – im entsprechenden Symposium von Dr. Hospach und Prof. Huppertz (Donnerstag, 8.30 Uhr).

Und um was gehts beim Topic „Genetik – Diagnostik und Therapie?

Die Hauptvorlesungen werden vor allem von der Industrie ausgerichtet, aufgrund der Kosten von genetischen Therapien und Diagnostik mag das verständlich sein, am Donnerstag geht es um Seltene Erkrankungen und deren Genetik, am Freitag um Molekulare Diagnostik, am Samstag um 11.30 Uhr um monogenetische Erkrankungen wie die Spinale Muskelatrophie oder erbliche Augenerkrankungen. Mehrere Workshops beschäftigen sich zudem mit angeborenen Stoffwechselerkrankungen (WS18), seltenen Erkrankungen an Muskeln und Knochen (WS22) und Fallbeispielen der Neuropädiatrie und Genetik (WS23).

Qual der Wahl für all die KollegInnen, die sich der Faszination von Genetischer Diagnostik und Therapie ergeben. Auch hier – wie bei den anderen Schwerpunktthemen dieses Jahres – wird sicher auch die COVID-Impfung diskutiert werden, ist sie doch als mRNA-Impfstoff mancher Anbieter ebenfalls eine Impfung, die auf molekularer Ebene arbeitet. Damit ist sie umstritten, weniger in Fachkreisen, denn „draußen“ bei den Menschen, die sich von der Impfung eine Beendigung der Pandemie erhoffen und trotz alledem die Risiken fürchten. Ich bin gespannt, ob dies auch im Rahmen der Genetik thematisiert wird.